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Minions

21.06.2018

Ein Bericht von Christian Diller

 

 

Ich bin einfach unverbesserlich –­ das haben sich die Kinder der sechsten Klassen der Hermann-Sander-Schule wohl gedacht, als sie zum Projekttag im Kunstraum erschienen. Denn wo es sonst immer heißt „Ruhig sein, aufpassen!“, da war an diesem Tag eine ganz andere Fähigkeit gefragt. Mal richtig laut sein, auf den Tisch hauen und alle Kraft rauslassen. Denn es mussten zwei Tonsorten miteinander vermischt werden. Und das geht nicht ohne Power.

 

Warum das alles? Um einen interessanten Effekt zu erschaffen, der die fertige Keramik aussehen lässt wie Marmor.

Manche übermalten das dann zwar komplett… aber erstmal von Beginn an:

 


 

Keramik, das sind Schüsseln, Schalen, Töpfe, Vasen und lauter solche Sachen, oder?

Nicht nur – warum nicht Anleihen nehmen an der Fantasie, am Film? Es gab verschiedenste Vorschläge, die die Kinder vorher zusammengetragen haben. Letztlich entschieden sie sich für Minions – und ich habe mich gefreut! Solch ein sympathisches und witziges Wesen mal in echt vor sich stehen zu haben und nicht nur auf der Leinwand zu sehen: das ist doch mal was.

Aus den kleinen Ton-Marmor-Klumpen mussten dann durch behutsames Klopfen Kugeln gemacht werden. Also die Kraft jetzt kontrollieren und das, was man vorher angepackt hat, jetzt mit Samthandschuhen berühren. Keine leichte Aufgabe. Aber alle haben sie mit Bravour gemeistert. Die glatten Kugeln wurden langsam gestreckt und sahen dann aus wie ein Ei. Dies musste nur auf einer Seite abgeflacht werden, damit es stehen kann. Von unten dann ein Loch hineinbohren, alles nochmal vergrößern, und schon war der Körper fertig.

Dann ging es ans fröhliche „Garnieren“ – so nennt man in der Fachsprache der Keramik das Ankleben von weiteren Teilen an das Werkstück. Kleine Tonschlangen verwandelten sich so zu Augen, Ohren, Haaren, Mündern, Armen und Zähnen.

Lauter lustige, schräge, ernste oder grummelige Minions standen so plötzlich auf den Tischen, begleitet von viel Gelächter.

Das Garnieren ist aber nicht so einfach, beim ersten Mal kann da einiges schief gehen.

 

Und so war es eine Woche später geschehen: Als die Minions zum Bemalen wieder in der Schule eintrafen – frisch aus dem Ofen und noch warm – da gab es einige Haare, Arme oder auch Lippen, die einfach abgefallen waren. Aber aus Fehlern lernt man und reparieren kann man vieles. Außerdem gab es jetzt plötzlich ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten: eine große Auswahl von Glasuren stand auf dem Tisch. So wurden die fehlenden Teile oft einfach nachgemalt und das Problem war schnell behoben. Da die Glasuren nach dem Brennen oft ganz anders aussehen, als zu dem Zeitpunkt, an dem man sie aufträgt, waren die Kinder von vornherein auf Überraschungen gefasst. So kann man auch schneller verschmerzen, wenn mal etwas anders läuft, als man sich es vorgestellt hat.

 

Als die Minions nach erneutem Brennen dann zwei Wochen später in der Schule eintrafen, war die Erwartung dementsprechend groß: Wie wird es wohl aussehen, in was wird es sich verwandelt haben? Die Bilder zeigen: es sind urige, einzigartige, schöne Schmuckstücke geworden. Alle fleißigen KeramikerInnen waren sich der Bewunderung ihrer MitschülerInnen gewiss und wurden umlagert von Fans.

 

 

 

Es werden nicht die letzten Minions sein, die in den Fluren der Hermann-Sander-Schule wandeln.

 

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